Regionalausschuss

Harburg plündert Wilhelmsburg weiter aus – wo bleibt der Senat?

Im Streit der Bezirke Mitte und Harburg um rund 722.000 Euro Förderprämien für den Bebauungsplan „Wilhelmsburg 86“ hat die Bezirksversammlung Mitte nun den Senat angerufen. Einen entsprechenden Antrag der rot-grünen Bezirkskoalition beschloss die Bezirksversammlung in ihrer letzten Sitzung einstimmig. Der Bezirk Harburg beharrt weiter auf der vollen Prämiensumme, obwohl der Stadtteil Wilhelmsburg zwischenzeitlich in den Bezirk Mitte wechselte und lehnt sogar ein klärendes Gespräch rundweg ab. Die Mitte-SPD spricht von „modernem Raubrittertum“ zulasten Wilhelmsburgs.

Im September 2009 wurde der Bebauungsplan Wilhelmsburg 86 auf dem ehemaligen Spülfeld Obergeorgswerder von der Bezirksversammlung Mitte beschlossen. Wirtschaftspolitisch bedeutsame Betriebe mit Bedarf an großen zusammenhängenden Gewerbe- und Industrieflächen sollen sich auf der Fläche ansiedeln können. Begonnen wurde das Bebauungsplanverfahren seinerzeit noch im Bezirk Harburg, zu dem der Stadtteil Wilhelmsburg bis zum 01.03.2008 gehörte. Das Bezirksamt Harburg hatte das Verfahren bis zur sogenannten Vorweggenehmigungsreife betrieben, anschließend wechselte die Zuständigkeit auf das Bezirksamt Hamburg-Mitte über. Aufgrund dieses Zuständigkeitswechsels ergeben sich zwischenzeitlich erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Bezirken.

Hintergrund: Aus dem „Förderfonds Bezirke“ stellt die Finanzbehörde den sieben Hamburger Bezirken teilweise erhebliche Mittel, etwa für die Ausweisung von Gewerbe- und Industrieflächen, als Anreiz und Ausgleich zur Verfügung. Im Falle des Gewerbegebiets Obergeorgswerder hat der Bezirk Harburg zwischenzeitlich in einem ersten Schritt 722.222 Euro aus dem Fonds erhalten, obgleich die Fläche längst zum Bezirk Hamburg-Mitte gehört und der Bebauungsplan im Bezirk Mitte weiter vorangetrieben und beschlossen wurde.  Bereits im Februar hatte die Bezirksversammlung in Mitte daher einstimmig die Forderung erhoben, an der Prämie für den Wilhelmsburger Bebauungsplan zumindest angemessen beteiligt zu werden. Die Harburger Bezirksversammlung lehnte diese “Begehrlichkeiten” allerdings ebenso wie die Bitte um ein klärendes Gespräch ab und muss sich dafür nun harsche Kritik anhören.

Die Anrufung des Senats sei angesichts der andauernden Gesprächsverweigerung der Harburger Bezirkspolitiker nur konsequent, sagt Ralf Neubauer, haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in Mitte: „Dieses moderne Raubrittertum der Harburger Kommunalpolitik auf Kosten des Stadtteils Wilhelmsburg muss jetzt endlich ein Ende haben“.

Dabei zweifelt der Bezirk Mitte sogar insgesamt an der Rechtmäßigkeit der Prämienzahlung auf Harburger Konten. “Der Bebauungsplan wurde im September 2009 in Mitte beschlossen und auch die Vorweggenehmigungsreife musste bei uns nach dem Wechsel erneut ausgesprochen werden. Ein Beschluss des Harburger Stadtplanungsausschusses ist für das Bezirksamt Mitte schließlich nicht rechtsverbindlich”, so Ralf Neubauer. Daher sei es umso bedenklicher, dass die Vorweggenehmigungsreife noch im Januar 2008 (also kurz vor dem Wechsel nach Mitte) durch den Harburger Stadtplanungsausschuss geprügelt wurde – und dort die schwarz-grüne Harburger Koalition entzweite. Die CDU stimmte für, die GAL gegen die Vorweggenehmigungsreife.

„Realsatire“ sei das, findet Mitte-Haushälter Neubauer. Die GAL habe unter Verweis auf nicht hinnehmbare zusätzliche Schwerlastverkehre im Wilhelmsburger Osten die Vorweggenehmigungsreife abgelehnt. „Heute sieht die GAL aber überhaupt kein Problem damit, die aufgrund dieses Wilhelmsburger Bebauungsplanes erzielten Prämien in Höhe von rund 722.222 Euro überall, nur nicht im betroffenen Stadtteil einzusetzen“, so Neubauer.

Fred Rebensdorf, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzende in Mitte und Wilhelmsburger Bezirksabgeordneter, verweist unterdessen darauf, dass der Bezirk Mitte die Mittel ausschließlich Wilhelmsburg zugutekommen lassen werde. „Der Bezirk Hamburg-Mitte wird, im Falle einer anteiligen Prämienausschüttung, diese Mittel ausschließlich für Maßnahmen zugunsten des Stadtteils Wilhelmsburg bereitstellen“, heißt es dazu in dem beschlossenen rot-grünen Antrag. „Wieso sollen Mittel für den Stadtteil Wilhelmsburg nun eigentlich in Eißendorf oder Heimfeld eingesetzt werden, das geht doch nicht“, sagt Rebensdorf.

Die Bezirksversammlung Harburg hat genau das aber bereits getan: Rund 100.000 Euro hat sie auf ihrer letzten Sitzung bereits verplant.

Für Rückfragen:
Ralf Neubauer, haushaltspolitischer Sprecher, Tel. 0172 / 510 34 25


SPD-Fraktion besucht Deutsche Hilfsgemeinschaft

SPD-Fraktion des Regionalausschusses Horn/Hamm/Borgfelde

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Am Dienstag, dem 01.02.2010 besuchte die SPD-Fraktion des Regionalausschusses Horn/Hamm/Borgfelde die “Deutsche Hilfsgemeinschaft“.

Am 18.10.1945, ein halbes Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde die Deutsche Hilfsgemeinschaft gegründet. Bürgermeister Rudolf Petersen rief diese Organisation ins Leben mit dem Ziel, Not, Hunger und Sorge zu lindern und den Menschen ein neues Lebensgefühl zu vermitteln und um ihnen den Mut zu geben, wieder an die Zukunft zu glauben.

Auf ein halbes Jahrhundert im Dienst an in Not geratene Menschen kann die DHG nun zurückblicken. Die Schwerpunkte, die sich heute zeigen, hatten schon seit den Anfängen ihre Gültigkeit.

Die traditionsreichste und älteste Hilfeleistung, die sich bis in unsere heutige Zeit erhalten hat, ist die weihnachtliche Paketaktion für arme, alte und einsame Menschen und für mittellose Familien mit einem oder mehreren Kindern. Für diese Menschen packen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer Jahr für Jahr immer mehr weihnachtliche Pakete, die durch sie selbst oder durch ehrenamtliche Institutionen oder Helfer verteilt werden.

Eine weitere Aufgabe, die der Hilfsgemeinschaft sehr am Herzen liegt, ist der Bereich Ferienfreizeiten für Kinder aus sozial- und finanzschwachen Familien. Diesen Kindern werden erholsame, kindergerechte Ferien angeboten unter der Leitung von engagierten und ausgebildeten Betreuern.

Aber auch der Jugendaustausch mit Kindern aus den östlichen Partnerstädten Hamburgs gehört in das Programm der DHG. Die Hilfsgemeinschaft versucht, hier den Weg zu ebnen für ein friedliches Europa. Und so hat sie sich entschieden, junge Menschen verschiedener Nationalitäten zusammenzuführen, damit diese sich bei einer gemeinsamen Ferienfreizeit besser kennen lernen können und dadurch lernen, mehr Verständnis füreinander zu entwickeln.

Leider sind die Räumlichkeiten der DHG an der Hammer Bürgerweide in einem Zustand, der den Anforderungen in keiner Weise genügt. Umso bewundernswerter ist die nimmermüde Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Ihren Schwerpunkt sieht die DHG selbst im Bezirk Hamburg-Mitte, ihre Arbeit wirkt aber auf ganz Hamburg, wie viele Dankesschreiben eindrucksvoll belegen.

Aus Sicht der SPD-Fraktion ein uneingeschränkt unterstützenswertes Projekt.


Twitter Updates
  • ... auf der Tagung der Ortsbeauftragten des THW Hamburg. Wichtige Helfer - unverzichtbar für unsere Sicherheit. 5 days ago
  • Jugendhilfeausschuss im Jugend- und Kulturzentrum HH-Neustadt. Tolle Einrichtung. 5 days ago
  • Wurde gerade mit über 90% der Stimmen in den Landesvorstand des Volksbundes Dt. Kriegsgräberfürsorge gewählt. Danke an alle Unterstützer! 2010-06-17
  • Beim Landesvertretertag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. 2010-06-17
  • More updates...
Meine Unterstützer

Für die Menschen, durch die Menschen, mit den Menschen
- meine Unterstützer >>

Gastkommentar

Ideen, Anregungen, Zeitzeichen
- der Gastkommentar >>