Der Beginn:”Das Coming-Out ist für viele junge Schwule und Lesben auch in der heutigen Zeit, in der die sexuelle Identität als wesentlicher Teil der menschlichen Persönlichkeit anerkannt und geachtet wird, ein oftmals mit Ängsten und Unsicherheiten belasteter Vorgang. Es gilt jedoch gerade bei lesbischen und schwulen Jugendlichen, Ängste abzubauen und Selbstbewusstsein zu stärken. Für ein jedes Angebot, dass im Schwerpunkt die Sexualität zum Thema macht und schwule und lesbische Jugendliche auch nach dem Coming-Out begleiten möchte, ist ein niedrigschwelliger Zugang erforderlich. Die Arbeit kann nur geleistet werden von ausgebildeten Sozialpädagogen und –pädagoginnen und muß sich an den Bedürfnissen der jungen Lesben und Schwulen orientieren. Für die Arbeit mit jungen Lesben steht in Hamburg bereits das JungLesbenZentrum von Intervention e.V. in Hamburg-Mtte zur Verfügung. Eine ähnliche Einrichtung für junge Schwule fehlt aber im Bezirk und das, obgleich sich in St. Georg und St.Pauli die Zentren schwulen Lebens in Hamburg befinden. In vielen anderen deutschen Städten arbeiten schwul-lesbische Jugendzentren seit Jahren erfolgreich. Sowohl im Rot-Grünen Koalitionsvertrag im Bezirk Hamburg-Mitte als auch im Grün-Schwarzen Koalitionsvertrag auf Landesebene wurde die Einrichtung eines solchen Jugendzentrums vereinbart.
Aus diesem Grunde wird der Bezirksamtleiter gebeten, sich bei den entsprechenden Stellen dafür einzusetzen, dass
- als Standort für ein geplantes schwules Jugendzentrum der Freien und Hansestadt Hamburg der Bezirk Hamburg-Mitte ausgewählt wird
- die Mittel hierfür von der zuständigen Behörde zur Verfügung gestellt werden
- das Jugendzentrum über speziell geschulte Pädagogen/-innen verfügt
- die Angebote niedrigschwellig sind
- das schwule Jugendzentrum auch als Informations- und Weiterbildungsstätte für die anderen Häuser der Jugend und Träger der offenen Kinder- und Jugendhilfe dient.
- Eine institutionelle Vernetzung der Jugendhilfeträger mit dem Schwerpunkt Sexualität stattfindet, auch unter Einbeziehung der AIDS-Hilfe.
- Der bezirkliche Jugendhilfeausschuss in alle Planungen mit einbezogen wird.”
Die Fortsetzung: Der obige Text sollte von mir gemeinsam mit der GAL Hamburg-Mitte als Antrag in die Bezirksversammlung am 20.11.08 eingebracht werden. Aufgrund des Abstimmungsbedarfes mit ihrem Koalitionspartner auf Landesebene ist nach den Verhandlungen mit der GAL Mitte etwas anderes herausgekommen. Die neue und abgestimmte Version des Antrages finden Sie hier: schwules-jugendzentrum. Dieser Antrag wurde im Hauptausschuss der Bezirksversammlung dann auch beschlossen.
Fortsetzung II: In der Bezirksversammlung am 18.12.2008 dann die Überraschung: Die CDU Hamburg-Mitte will sogar noch weitergehen und fordert in einem Antrag nun gleich ein Jugendzentrum für Schwule und Lesben. Allerdings erst nach einer großen öffentlichen Anhörung, ob denn alle potentiellen Nachbarn damit einverstanden wären. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Fortsetzung III: Inzwischen liegt die Verantwortung für die von der CDU geforderten öffentlichen Anhörung zum schwulen Jugendzentrum beim Ausschuss für Soziales, Bildung und Integration der BV HH-Mitte. Dieser hat in seiner Sitzung am 12.11.09 die einzuladenden Experten festgelegt. Ich halte die von der CDU mittels ihres Minderheitenrechts erzwungene öffentliche Anhörung weiterhin für einen bedenklichen Weg. Es besteht die Gefahr, daß ein im Landeskoalitionsvertrag zwischen CDU und GAL festgelegtes Projekt nun inhaltlich auf Bezirksebene diskutiert wird. Das neue Jugendzentrum für Schwule soll jedoch eines für ganz Hamburg werden. Eine inhaltliche Befassung nur aus Bezirkssicht ist weder leistbar noch sinnvoll, da es sich in keinem Falle um eine bezirkliche Einrichtung handeln wird. Ich frage mich, was die Ultras der CDU HH-Mitte damit erreichen wollen. Sie können dem guten Projekt ausschließlich schaden…. oder wollen Herr Böttcher und Herr Haufler die Einrichtung etwa verhindern? More to come…




