„David gegen Goliath“, „Duell um Berlin“ – Gedanken zur Wahlkampftaktik von Farid Müller, MdHB
Vor etwas mehr als einem Jahr stand er noch in Horn und kämpfte um den Einzug in die Bürgerschaft. Weil er der Bessere sei. Nee, klar. Nach Horn passt Herr Betriebswirt und Berufspolitiker Farid Müller wie ein Vogel ins Aquarium und hat sich seit seiner Listenwahl auch, wie nicht anders zu erwarten, hier nicht mehr sehen lassen.
Nun fühlt sich Farid aber zu Höherem berufen. Auf in CDU-schwarz eingefassten Plastikschildern wirbt er inhaltsschwer: Müller nach Berlin. Vielleicht so ähnlich, wie der historische Titelheld seiner neuen Kampagne „David gegen Goliath“, in der sich Müller offensichtlich als Nachfolger des Hirtenjungen David sieht. Der nämlich wurde etwas später durch Verrat und Mord zum König Israels. Vorher allerdings kam es natürlich zu der inzwischen widerlegten Heldentat des David, der wegen des Spottes der Philister deren Vorkämpfer Goliath nur mittels einer Steinschleuder tötete.
Aber Müller versucht es trotzdem. Nicht mir einer Steinschleuder, versteht sich. Viel zu altmodisch. Farid benutzt hierfür die Dreckschleuder.
Wie der als zweitplatzierte ausgeschiedene Farid in der ersten Staffel von „The next Uri Geller“. Wunderheilung verspricht er. Doch seine platten grün-schwarzen Zaubersprüche werden durch die Realität Lügen gestraft.
Grüne Politk a la Farid Müller, das heißt JA zum Kraftwerk Moorburg, das heißt JA zu den Millionenboni für HSH-Chef Nonnenmacher, das heißt JA zur U4, das heißt auch JA zur Kürzung für Junglesbenarbeit in Hamburg.
Dies aber verschweigt er. Simsallabim. Ebenso, wie er nur seine Form der Wahrheit kennt. Sein Link zum „bezahlbaren Wohnraum auf St. Pauli“ führt ausschließlich zum dortigen Fussballclub. Von Wohnraum keine Spur. Aber das ist wohl beabsichtigt, denn schließlich wird Hamburg-Mitte noch immer von einer Rot-Grünen Koalition geführt. Das dies in Farids schwarz-grüner New-Deal-Bürgertumswelt nicht passt, haben wir schon oft mitbekommen. Er kann uns aber nicht täuschen: Keine Entscheidung in HH-Mitte, ohne das SPD und GAL sie gemeinsam getroffen haben. Im Falle des preiswerten Wohnraumes auf St. Pauli ist allerdings abzuwarten, wie sich Schill-Nachfolgerin Christa Götsch und ihr Freiherr-von-Beust´scher Wahlverein verhalten werden.
Wie auch immer. Ich denke, wir sollten uns um die Probleme unseres Landes kümmern und Farids Spaß- (oder Schmutz-) kampagne schlicht ignorieren. Schließlich ist auch sein Vorbild David in späterer Zeit in den Dienst der Philister getreten.
Ich hoffe allerdings, dass uns Farid diesen Schritt erspart. Ebenso, wie Farid bitte niemals etwas zur Verteidigungspolitik sagen möge: Sein Vorbild König David schickte, um an die von ihm geschwängere Frau eines seiner Offiziere zu kommen, diesen in einen Einsatz, der den sicheren Tod bedeutete. Aber ich denke, dass dies in mehrfacher Hinsicht nicht zu befürchten ist.
Ich bin gespannt, mit welchen Zaubertricks Kandidat Farid es diesmal hier in Horn probiert. Wenn es um die Sorgen und Ängste der Menschen in Horn geht, dann bleibt er stumm. Vielleicht hilft da der Aufruf „Spenden für Farid“ auf seiner Internetseite weiter.
Zum Thema „Bildung, Baby“ allerdings sollte man in Punkto Missbrauch alttestamentarischer Personen weiten Abstand zu Farid halten. Auch sein Aufruf zur “Deomnstration” ist, wie Farid Müller selbst, nur zu vernachlässigen. 




