E-Mail des Chefredakteurs der “Berliner Republik”, Dr. Tobias Dürr:
“Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
in dieser Woche, rechtzeitig um sie zwischen den Jahren in aller Ruhe zu studieren, erscheint die neue Ausgabe 6/2009 der Berliner Republik. Unser Titel “Mist oder Dünger?” nimmt Bezug auf Franz Münteferings bekannten Ausspruch über das mutmaßlich nichtswürdige Oppositionsdasein aus dem Jahr 2004. Da der Ernstfall für die SPD am 27. September aber nun einmal mit voller Wucht eingetreten ist (und für die Grünen sowie die Linkspartei anhält), haben die nicht regierenden Parteien jeden Grund, Münteferings Aphorismus zu vergessen und sich stattdessen einer alten Bauernweisheit zu erinnern: “Mist ist Mist, solange er kein Dünger ist.” Folgerichtig wenden wir uns in unserem Schwerpunkt der Frage zu, mit welchen Mitteln und Inhalten die Oppositionsparteien die Mühen der Ebene erfolgreich bewältigen können.Der Parlamentsexperte WOLFGANG ZEH sowie die Politologen DÖRTE DINGER und VOLKER BEST beleuchten Verfassung und Handlungsoptionen der SPD, während der Meinungsforscher MATTHIAS JUNG die Sozialdemokraten dringend vor Träumereien von einem “linken Lager” warnt. Demgegenüber beschreibt der schwedische Publizist HÅKAN A. BENGTSSON die Strategie einer rot-rot-grünen “Koalition in der Opposition”, die jedenfalls in seinem Heimatland überaus vielversprechend zu funktionieren scheint. STEFAN LIEBICH (Linkspartei) und KERSTIN ANDREAE (Grüne) bewerten die Lage der Opposition – “Lager” oder nicht? – aus der Perspektive ihrer jeweiligen Parteien, und FELIX NEUMANN analysiert in einem ebenso originellen wie lesenswerten Beitrag die Daseinsgründe und Zukunftsperspektiven der Piratenpartei, die ja am 27. September zumindest unter männlichen Jungwählern nicht viel weniger Stimmen erzielte als die SPD.
In einem “Landtagswahlen Spezial” wenden wir uns noch einmal den beiden Regionalwahlen in Schleswig-Holstein und Brandenburg zu, die im Windschatten der Bundestagswahl stattfanden – und bemerkenswert unterschiedlich ausfielen: Während die Sozialdemokraten im Norden mit minus 13 Prozent eine krachende Niederlage einfuhren, gelang der märkischen SPD entgegen dem Bundestrend ein erstaunlicher Stimmenzuwachs. WILHELM KNELANGEN und THOMAS KRALINSKI haben die beiden Wahlen für die Berliner Republik analysiert und ziehen wichtige Schlüsse, die auch über Schleswig-Holstein und Brandenburg hinaus von Bedeutung sind.
Wie stets wartet die Berliner Republik auch in dieser Ausgabe mit allerhand anregenden Provokationen auf: So erläutert MARIAM LAU, weshalb die produktive Wandlungsfähigkeit der CDU bei weitem unterschätzt wird; MICHAEL BRÖNING entwirft eine tabubrechende Revision der deutschen Außenpolitik für den Nahen und Mittleren Osten; JEANNE RUBNER analysiert frei von jeglichem Anti-EU-Ressentiment, warum die Akzeptanzkrise der Europäischen Union zuvörderst in Brüssel hausgemacht ist; und FRANK DECKER fordert kategorisch die Abschaffung geheimer Personalwahlen in deutschen Parlamenten.
Hinweise auf alle übrigen, ebenso lesenswerten Texte dieser Ausgabe der Berliner Republik entnehmen Sie bitte dem Inhaltsverzeichnis. Ab sofort ist das Heft unter “vertrieb@b-republik.de” oder 030-25594-130 erhältlich.
Mit herzlichen Grüßen sowie allen guten Wünschen für die Weihnachtszeit und das neue Jahr
Ihr Dr. Tobias Dürr
(Chefredakteur)
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